Ursachen von zircadianen
Rhythmusstörungen


Die natürlichen Zeitgeber des Körpers

Die meisten biologischen und psychischen Vorgänge im Körper verlaufen nach einem natürlichen Rhythmus.


Viele dieser Funktionen haben einen Zyklus von etwa einer Tageslänge und werden als zirkadiane Rhythmen bezeichnet.

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Zirkadiane Rhythmen haben Einfluß auf den Schlaf- und Wachzustand, die Körperteperatur und Hormonveränderungen. Tageslicht und andere Zeitgeber erzeugen zirkadiane Zyklen, die jeden Tag periodisch gleich verlaufen. Auch ohne äußere Zeitgeber würden zirkadiane Rhythmen innnerhalb eines Tages erfolgen. Die zirkadiane Periodik der meisten Menschen entspricht einem zeitlichen Ablauf von ca. 25 Stunden. Zirkadiane Rhythmen werden von Nervenkernen in der Hirnbasis, den sogenannten suprachiasmatischen Kernen, gesteuert. Diese stehen mit anderen Gehirnteilen in Verbindung und regulieren bzw. kontrollieren die Körpertemperatur, Hormonfreisetzungen und viele andere Körperfunktionen.

Eine vom Auge zu den suprachiasmatischen Kernen verlaufende Nervenbahn und das Tageslicht spielen eine wesentliche Rolle für die Funktionsfähigkeit der zirkadianen Uhr. Bezeichnenderweise haben häufig blinde Menschen, denen äußere Zeitgeber zur Bestimmung der inneren biologischen Uhr fehlen, zirkadiane Rhythmusstörungen. Schwankende Körpertemperaturen und die verschiedenen Wirkstoffe gleichzeitig eingenommener Medikamente können sich ebenfalls negativ auf die suprachiasmatischen Kerne und somit auf den Lauf der zirkadianen Uhr auswirken.

Bei gesunden Menschen befinden sich die verschiedenen zirkadianen Rhythmen in Einklang und harmonieren im Zusammenspiel wie die Musiker eines Orchesters. Die Körpertemperatur steigt z. B. am Ende der nächtlichen Schlafphase bis kurz vor dem Aufwachen deutlich an. Dadurch entsteht ein Gefühl der Wachheit am frühen Morgen. Abends nimmt dagegen die Körpertemperatur ab und bereitet somit den Organismus auf den Schlaf vor. Auch zwischen 14 und 16 Uhr findet bei den meisten Menschen ein Rückgang der Körpertemperatur statt, was die Tatsache erklärt, daß gerade am Nachmittag Müdigkeitserscheinungen häufig auftreten. Obwohl der endgültige Nachweis über den Einfluß der Körpertemperatur auf den Schlaf noch nicht erbracht ist, scheint doch ein enger Zusammenhang zwischen beiden zu bestehen.

Gewisse Umstände und äußere Faktoren können das harmonische Zusammenspiel des "zirkadianen Orchesters" in Mißklang bringen.

  • Jet Lag
  • Schichtarbeit
  • Erbanlagen


  • Erbanlagen scheinen zu einem wesentlichen Teil das zirkadiane System des Menschen zu beeinflussen. Auch altersbedingte Veränderungen des zirkadianen Systems wirken sich auf den natürlichen Rhythmus und die Fähigkeit, auf Zeitgeber zu reagieren, aus. Diese Faktoren können zu einem Konflikt zwischen dem vom Körper signalisierten Schlafbedürfnis und allgemeinen gesellschaftlichen Anforderungen führen. Die Wissenschaft steht mit ihrer Kenntnis über das zirkadiane System und die Methoden, wie man gleichzeitig körperlichen und gesellschaftlichen Vorgaben gerecht werden kann, im Grunde erst am Anfang.

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    Der Inhalt dieser Seite wurde mir freundlicherweise von Herrn PD Dr. Thomas Penzel - Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) -

    Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin

    zur Verfügung gestellt. Es handelt sich hierbei um einen Auszug aus dem "Ratgeber für Patienten".

    Den vollständigen Ratgeber findet Ihr hier:

    Ratgeber - Schlafstörungen und ihre Behandlungsmethoden


    aktualisiert am: 17.04.2004