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In unserer Gesellschaft ist dieses Wissen allerdings nicht besonders weit verbreitet, nicht einmal unter den niedergelassenen Ärzten.
Betroffene müssen immer wieder verzweifelt und oft fruchtlos gegen die unterschiedlichsten und zum Teil sehr diskriminierenden Vorurteile ankämpfen. Eines der großen - sehr oft unterschätzten - Probleme von Schlafgestörten ist, daß sie weder in ihrem sozialen Umfeld noch von ihrem behandelndem Arzt ernstgenommen werden. Viele Betroffene haben einen jahrelangen, manche sogar einen jahrzehntelangen "Ärztemarathon" hinter sich und werden nicht selten als Simulanten und/oder Fall für den Psychiater abgestempelt. Sie geraten in einen regelrechten Teufelskreis, aus dem es für sie keinen Ausweg mehr zu geben scheint.
Sozialer Rückzug, Persönlichkeitsveränderungen, Schlafmittelmißbrauch und Probleme am Arbeitsplatz bis hin zum Jobverlust sind nur einige der Folgen von falsch bzw. nicht behandelten lang anhaltenden Schlafstörungen. Somit ist es nicht verwunderlich, daß Schlafgestörte zunehmend verunsichert sind und irgendwann resignieren, da sie zu der Überzeugung gelangen, daß ihnen ohnehin keiner helfen kann.
Zwar findet sich bei den meisten, nicht aber bei jeder Schlaf-Wachstörung die behandlungsbedürftige Ursache in der Psyche. Mit diesem Vorurteil haben allerdings nahezu alle Betroffenen zu kämpfen. Ich will nicht abstreiten, daß Schlafstörungen, besonders wenn sie schon jahrelang andauern, sich nicht auch auf die psychische Befindlichkeit auswirken. Dennoch ist den Menschen, die an einer oder sogar mehreren organischen Schlafstörungen leiden, nicht mit mehr oder weniger guten Ratschlägen à la:
"...schon mal autogenes Training ausprobiert?"
"...geh doch einfach mal früher ins Bett!"
"...Du mußt lernen, abzuschalten"
"...beweg Dich tagsüber mehr, dann kannst Du auch schlafen"
"...der Körper holt sich schon, was er braucht."
geholfen. Diese Liste ließe sich noch endlos fortsetzen.
Wenn es so einfach wäre, hätte die Schlafforschung und -medizin bestimmt nicht so viel zu tun. Betroffene würden sich wohl kaum freiwillig über so viele Jahre diesem Leidensdruck aussetzen, geschweige denn ihre Lebensqualität aufgrund der permanenten Tagesmüdigkeit und Erschöpfung in extremsten Maße einschränken.
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